Assia Djebar

Die Frauen von Algier

Roman
Aus dem Französischen von Alexandra von Reinhardt
»Die Erzählungen hauchen Delacroix’ entrückten, rätselhaften und vor allem stummen Frauengestalten Leben ein, sie setzen dem exotischen Blick des Fremden auf den femininen Teil des Orients eine weibliche und algerische Perspektive entgegen.« Berliner Zeitung
 Taschenbuch
€ 8.90, FR 16.90, €[A] 9.20
Broschiert
Vergriffen. Keine Neuausgabe
UT 147
192 Seiten
ISBN 978-3-293-20147-7
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Nach dem Besuch in einem Harem malt Delacroix 1832 sein Meisterwerk Frauen von Algier in ihrem Gemach, das einen Blick in eine verbotene Welt wirft. 1955, zu Beginn des Algerienkriegs, malt Picasso die Frauen von Algier auf seine Weise: als »Feuerträgerinnen« des Widerstands. Assia Djebar greift das Thema wieder auf und fixiert Bilder im Alltag von Frauen, die in einer Ära des Umbruchs an den starren Traditionen zu zweifeln beginnen. »Sie bricht alle Tabus und überschreitet die Grenzen, wenn sie die Erinnerung und den verborgenen Körper der Frau ans Licht bringt«, schrieb die algerische Presse nach dem Erscheinen dieses Buches.

Stimmen

»Die Erzählungen hauchen Delacroix’ entrückten, rätselhaften und vor allem stummen Frauengestalten Leben ein, sie setzen dem exotischen Blick des Fremden auf den femininen Teil des Orients eine weibliche und algerische Perspektive entgegen.«

Berliner Zeitung

»Ein äußerst interessantes Buch, das einen konzentrierten Blick auf Geschichte und Lebensrealität algerischer Frauen wirft und zu kritischem Nachdenken über die romantische Verfärbung von Bauchtanz- und Haremsphantasien anregt.«

escape

»Man liest diese Erzählungen mit zwiespältigen Gefühlen. Sie fesseln durch die genauen Beobachtungen und die sprachliche Eleganz, durchsetzt mit arabischen Bildkaskaden; sie irritieren aber auch durch die brutale Offenheit, mit der die algerische Schriftstellerin eine fast aussichtlose Vergangenheit und Gegenwart beschreibt. Sie fordert nicht zum Mitleiden heraus, sondern zum Handeln, auch wenn die Ohnmacht grenzenlos scheint.«

Südwestrundfunk

»Geschichten des Leides und der Befreiung, rund um den Körper.«

Wir Frauen

»Sind es Impressionen? Fieberträume? Flüchtige Bilder, wie sie nur scharfe Augen sehen können, wenn der Schleier für einen Augenblick vom Wind angehoben wird? Assia Djebars Sammlung poetischer Protokolle aus dem Frauenleben im Harem, hinter dem Schleier und – befreit, entblößt – unter der Sonne ist eine Antwort auf Eugène Delacroix’ Gemälde. Djebars Kunst ist gerade die Verweigerung des fremden, des voyeuristischen Blicks. Nicht für die arabischen Frauen spricht sie, nicht über sie – sondern dicht neben ihnen.«

Tages-Anzeiger

»Wiederholungen, Zwischenüberschriften, kursiv gesetzte innere Monologe strukturieren und rhythmisieren den Text. Dessen Polyphonie ist Programm. Er will nicht für oder über Frauen sprechen, sondern Sprachrohr sein für die eingesperrten Stimmen der Frauen von Algier.«

Neue Zürcher Zeitung
 

Nachrichten

Autoren-Seiten

Andere Werke von Assia Djebar

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»Dies ist eines von Djebars bewegendsten Büchern. Man muss es wieder und wieder lesen, lange hallt es nach.« Le Monde
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»Diese außergewöhnliche und tragische Geschichte ist einer von Djebars schönsten Romanen. Mit dem ihr eigenen Talent beschreibt sie Zoulikha als Mutter, Geliebte, Freundin und Kämpferin. Ein Roman von ungeheurer Intensität.« Liberté, Algier
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»Ob sie jung sind oder alt, zur Arbeit oder in die Schule gehen, ins Krankenhaus oder ins Büro oder zum Markt - sie gehen mit einem Stein auf dem Herzen.« Assia Djebars jüngstes Werk wendet sich wieder Algerien zu und den Brücken, die durch die Lebensgeschichten zwischen Europa und Nordafrika geschlagen werden.
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»Kein Zweifel: der Erstling einer großen Autorin.« Stefanie Christmann, Freitag
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»Ungestüm kommt er daher, dieser frühe Roman von Assia Djebar.«
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»An alle meine Wände heftete ich die Skizzen zu meinem Roman, und zur gleichen Zeit zerbarst mein Land. Und so habe ich auf meine Weise das Land wieder auferstehen lassen.« Assia Djebar
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Weiss ist die Farbe der Städte Algeriens, der traditionellen Tücher, die Farbe der Trauer und der Erinnerung.
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»Man legt das Buch mit Betroffenheit aus der Hand.« Main-Post

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Bibliografie

Originaltitel: Femmes d’Alger dans leur appartement (1980)
Originalsprache: Französisch
Erstauflage: 12.8.1999
Auflage: 7