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Mia Couto

Das Geständnis der Löwin

Roman
Aus dem Portugiesischen von Karin von Schweder-Schreiner

 »Eine Geschichte, in der alles wahr werden kann, selbst Träume.« Público

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272 Seiten (Geschätzter Umfang)
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Arcanjo, der letzte Sohn einer berühmten Dynastie von Großwildjägern, macht sich auf in ein Dorf, das von menschenfressenden Löwen heimgesucht wird. Er wird begleitet von einem plappernden Möchtegern-Schriftsteller, der im Auftrag eines internationalen Erdölkonzerns, der seine Investitionen in der Region bedroht sieht, eine Reportage über das Unternehmen schreiben soll.

Nach und nach entdeckt Arcanjo die dunklen Geheimnisse der Dorfgemeinschaft: Die Frauen sind Opfer brutaler Traditionen, auch Mariamar, Arcanjos einstige Geliebte. Sein eigenes Leben in der fernen Hauptstadt liegt in Trümmern. Er liebt Luzilia, die Frau seines Bruders. Eines Nachts wird das Dorf erneut von Löwen angegriffen – und Arcanjo erfährt, dass um ihn herum nichts so ist, wie er es sich vorgestellt hat.

Stimmen

»Genial, wie bei Mia Couto die Metamorphosen der Löwen als Metapher fungieren, um die Geheimnisse des Dorfes zu entschlüsseln, den Wandel vom Mensch zur Bestie zu veranschaulichen.«

Margrit Klinger-Clavijo, Bayern 2, München

»Mia Coutos Roman ist dicht, poetisch und gleichzeitig einfach, nah an der Sprache der Menschen von denen er erzählt. Dabei blitzt zwischendurch auch Humor auf. Und so exotisch diese Löwengeschichte auf den ersten Blick erscheinen mag, so trifft sie uns, weil sie auch von Dämonen handelt, die wir alle in uns tragen.«

Elisa Fuchs, Literatur Nachrichten, Frankfurt

»Ein Roman, der die Gesetze realistischen Erzählens ausser Kraft setzt. Über welchen Abgründen sich der Leser hier bewegt, wird freilich immer wieder durch Szenen überspielt, die realistisch und oft ausgesprochen komisch sind. Was hier Realität, was Aberglaube, Lüge, fantastische oder symbolische Überhöhung ist, erschliesst sich dem Leser nie eindeutig.«

Ulrich Baron, Tages-Anzeiger, Zürich  Online einsehen

»Die fesselnde Dorfchronik geht über das reale Geschehen der Löwenjagd weit hinaus und zieht den Leser schnell in Bann.«

Birgit Koss, Südwestrundfunk 2, Baden-Baden

»Der Roman handelt von Menschen und Tieren, von Gewalt und Angst – und von unermesslicher Erlösungssehnsucht.«

Ulrike Baureithel, Der Tagesspiegel, Berlin  Online einsehen

»Die von Mia Couto romanhaft überlieferte Geschichte bezieht sich auf Ereignisse, die der Autor 2008 in Vila de Palma im Norden Moçambiques in seiner Funktion als ausgebildeter Biologe verfolgt hat. Dort wurden 26 Menschen von Löwen getötet, die wiederum von Jägern erlegt wurden; die Dorfbevölkerung jedoch schrieb die Geschehnisse Geistern zu. Der Autor verwebt die Ebenen zwischen Tatsächlichem und Erträumtem in einer Bildsprache, die sowohl von der lateinamerikanischen Erzähltradition beeinflusst ist als auch vom Chimaconde, der Sprache der Indigenen.«

Ulrike Baureithel, Die Wochenzeitung, Zürich  Online einsehen

»In diesen Zeitfugen, im Dämmerlicht der Historie, in einem ›Kosmos des Unsichtbaren‹ ist diese Geschichte angesiedelt, auf verstörende Weise greifbar, obschon oder gerade weil Geographie wie Chronologie scheinbar verlässlich beim Namen genannt werden. Das Geständnis der Löwin entfesselt eine Prosa sui generis, die gerade mit dem vielbemühten Etikett eines magischen Realismus lateinamerikanischer Provenienz nicht zu fassen ist. Mia Coutos Sprache baut auf die surreale Logik des Traums, auf das Somnambule einer gleitenden Existenz zwischen Mensch und Tier, auf die Wunder der Metamorphose, auf das poetische Erfinden von Wahrheit. Ein Buch wie eine Falltür: Man wähnt sich sicher – und stürzt ins Bodenlose.«

Hartmut Buchholz, Badische Zeitung, Freiburg

»Der Leser ist wie von einem Zauber umfangen. Der Magier des Wortes tritt uns entgegen.«

Irmtraud Gutschke, Neues Deutschland, Berlin

»Dieser Roman geht zurück auf eine wahre Begebenheit: Im Norden des ostafrikanischen Landes waren 2008 Löwen in ein Dorf eingefallen und hatten 26 Menschen getötet. Die konkrete Tragödie war für Mio Couto der Anlass, ein zutiefst anrührendes Bild von Land und Leuten zu geben. Ein wunderschöner Roman, dessen eigenwillige sprachlichen Bilder auch ins Deutsche von Karin von Schweder-Schreiner Eingang fanden. Er ist vielen Lesern zu wünschen!«

Luisa Costa Hölzl, Borromäusverein, Bonn

»›Das Geständnis der Löwin‹ steht in Sachen poetischer Dichte, sprachlicher Knappheit bei gleichzeitiger inhaltlicher Komplexität und psychologischer wie kultureller Tiefe den Vorgängerwerken in nichts nach. Trotz aller kultureller Fremdartigkeit geht es um vertraute Themen, die von der Universalität des menschlichen Fühlens und Erlebens zeugen: Liebe, Eifersucht, die vielfältigen Schwierigkeiten des Zusammenlebens. Ein besonderes Qualitätsmerkmal des Romans ist dabei nicht nur seine bildliche Dichte, sondern auch seine Bedeutungsoffenheit und Vielschichtigkeit.«

Doris Wieser, http://culturmag.de/  Online einsehen

»Couto gelingt eine fesselnde Dorfchronik, die über die Sprache große Suggestion entfaltet. Mit großer Sprachlust reichert Couto sein Portugiesisch durch mosambikanische und regionale Ausdrucksweisen an, was im Original ganz eigene Schwingungen produziert. Für den europäischen Leser besitzt Das Geständnis der Löwin etwas Geheimnisvolles, das sich auch in der Übersetzung vermittelt. Coutos Tonfall schlägt einen sofort in den Bann.«

Maike Albath, Deutschlandradio Kultur, Köln

»In erfindungsreicher Sprache lässt Mia Couto die afrikanische und die europäische Welt miteinander verschmelzen. Er schafft ein eigenes Universum, melodisch und reich an Tonnuancen, Verweisen und Metaphern.«

El País

»Wunderbar erzählt.«

Ler

»Eine Geschichte, in der alles wahr werden kann, selbst Träume.«

Público

»Dieses Buch hat mich bedingungslos in seinen Bann gezogen. Die Sprache ist ebenso flüssig wie die Geschichte. Ich spüre die Enge und Unterdrückung, ich leide mit und kann doch nichts tun. Ein Buch, das lange nachhallt.«

Gesa Füßle, Buch-Magazin, Norderstedt

»Ein fesselndes Buch mit reichlich Stoff zum nachdenken und weiterspinnen, dessen Lösungen nicht auf der Hand liegen – ein großes Stück afrikanischer Literatur, wieder meisterhaft übersetzt von Karin von Schweder-Schreiner.«

Regina Riepe, www.peter-hammer-verein.de  Online einsehen

»›Das Geständnis der Löwin‹ pendelt zwischen Liebesgeschichte, sozio-politischem Dorfthriller und mystischer Sagenwelt. In diese Welt, wo dem Wort der Toten größte Bedeutung beigemessen wird, eine lebende Frau aber ein Niemand ist, dringen die Löwen ein. Was genau sie repräsentieren, wer sie schickt, was sie verändern und letztlich: wer sie sind, darum dreht sich dieser packende, vielfältig interpretierbare Roman.«

Redaktion , http://www.neue-buchtipps.de  Online einsehen
 
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Dies ist ein Liebling aus 40 Jahren

Maike Albath
Literaturkritikerin
Weil... hier ein Jäger das Jagen verlernt und eine Frau den Teufelskreis der Gewalt durchbricht. Couto gelingt eine fesselnde Dorfchronik, die vor allem über die Sprache eine große Suggestion entfaltet. Für den europäischen Leser besitzt der Roman etwas Geheimnisvolles. Coutos Tonfall schlägt einen sofort in den Bann.
Rudolf von Bitter
Literaturredakteur Bayerischer Rundfunk
Weil... Mia Couto darin von einem Platz erzählt, an dem Tradition und globalisierte Moderne, sachliche Logik und die Macht des Mythos’ aufeinanderprallen, wo der Mensch aufs Elementare reduziert ist, so dass erhabene Tragik und große Gefühle ihre Macht entfalten.
Lars Schultze-Kossack
Literarische Agentur Kossack
Weil... ich es dutzendfach verschenkt habe. Daran erkennt man ein gutes Buch! Man schenkt es Freunden, den Lieben oder der Liebenden, um ihr Herz zu erobern. Ich gebe zu, ich habe zuvor auch Mo Yan, Gisbert Haefs, Jörg Juretzka, Mahfus, Padura, Kiplings Geschichten und Aitmatows »Dshamilja« verschenkt. Das ist ja, was es ausmacht: Die Welt und die Literatur. Dieser Geist ist im Unionsverlag zu finden.

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Bibliografie

Originaltitel: A Confissão da Leoa (2012)
Originalsprache: Portugiesisch
Erscheinungsdatum: 10.10.2015
Letzte Version: 30.5.2024