Nii Parkes

Die Spur des Bienenfressers

Kriminalroman
Aus dem Englischen von Uta Goridis
»Eine glänzende Mixtur aus afrikanischer Kultur, westlicher Wissenschaft, mystischem Zauber und schalkhaftem Humor.« The Bookbag
 Englische Broschur
€ 16.90, FR 24.90, €[A] 17.30
broschiert
In anderer Ausgabe lieferbar
224 Seiten
ISBN 978-3-293-00422-1
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Sonokrom, ein Dorf im Hinterland Ghanas, hat sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Hier spricht man noch die Sprache des Waldes, trinkt aphrodisierenden Palmwein und wandelt mit den Geistern der Vorfahren. Doch eine verstörende Entdeckung und das gleichzeitige Verschwinden eines Dorfbewohners stören die ländliche Ruhe. Wäre nicht die Geliebte des Ministers in den Fall verwickelt, wäre er schon längst ad acta gelegt worden. Der Gerichtsmediziner Kayo, der nicht unbedingt an Übersinnliches glaubt, wird mit der Aufklärung beauftragt. Als die Situation immer unfassbarer wird, müssen Kayo und seine Ermittler einsehen, dass westliche Logik und politische Bürokratie ihre Grenzen haben.

Stimmen

»Die afrikanische Hermeneutik überrascht und offenbart ein verblüffend sanftes Gerechtigkeitsdenken, das wohl Gesetz und Moral kennt, aber keine andere staatliche Gewalt als die der Dorfgemeinschaft. Ein geistvoller und amüsanter Krimi, der wie nebenbei die These widerlegt, dass Kriminalliteratur und westlich-moderne Rechtsstaatlichkeit sich gegenseitig bedingen.«

Tobias Gohlis, Die Zeit, Hamburg

»Nii Parkes stellt die alte Krimi-Formel ›Wer hat’s getan?‹ auf den Kopf. ›Was ist gestorben?‹ lautet die Frage hier, und Parkes konfrontiert seinen Helden mit einer Welt, in der Wissenschaft korrumpierbar und Wunderbares möglich erscheint. Kayo soll einen Tatverlauf konstruieren, der mit den gesicherten Beweismitteln übereinstimmt, doch beim Palmweintrinken mit den Dörflern erfährt er eine Geschichte, die die Herkunft des Dings in der Hütte auf fantastische Weise erklärt.«

Ulrich Baron, Der Spiegel, Hamburg  Online einsehen

»Ein Buch, das mitten ins Herz des tropischen Regenwaldes von Ghana führt. Dabei beschleicht den Leser zwar manches Mal das Gefühl, er habe sich heillos im Gestrüpp von Diesseits und Jenseits, von archaischer Stammeskultur und städtischer Moderne, von Bürokratie, Korruption und Naturverbundenheit verirrt. Doch immer wenn die Spur endgültig verloren scheint, taucht auf der nächsten Seite eine Lichtung auf, die einen diesen ghanaische Krimi nicht mehr aus der Hand legen lässt. Der perfekte Roman, um auf dem Sommerbalkon in die so fremde wie faszinierende Welt Afrikas einzutauchen.«

Ania Mauruschat, Bayerischer Rundfunk 2, München

»Parkes, der in zwei Welten aufwuchs – in England und Ghana – versucht auch literarisch den Spagat zwischen dem kleinräumigen Dorfleben und der Anonymität der Großstadt aufzuzeigen. Wählt er für seine Erzählungen aus dem Leben des Jägers und seiner Nachbarn noch eine sanfte, poetische Atmosphäre, gewinnt seine Stimme beim Lesen von der Welt des Gerichtsmediziners Kayo etwas Undurchdringliches, wird fast selbst so hart wie das Leben in der Stadt.«

Ines Maria Eckermann, Ruhr Nachrichten

»Der Leser findet sich dank des Pfades, auf dem ihn die vertraute Denkweise Kajos leitet, im Dickicht von Wunder- und Geisterglauben gut zurecht. Mit Kajo lässt er sich auf einen Lernprozess ein und rückt ziemlich schnell ab von der Erwartung, die Lösung eines Kriminalfalles präsentiert zu bekommen. Er kommt ins Grübeln: Versteht man das Leben nicht tatsächlich besser, wenn man nicht an absolute Wahrheiten glaubt? Parkes beschreibt die Orte und Menschen mit eindringlichen Bildern, und an die fremden Namen gewöhnt man sich schnell. Ghana, dem Leser bisher ein unbeschriebenes Blatt, gewinnt durch diesen Roman Konturen.«

Sabine Grimkowski, SWR2

»Parkes komponiert Die Spur des Bienenfressers, in dramatischer Verdichtung in ein Zeitraster von sieben Wochentagen eingepasst, als Partitur aus wechselnden Stimmen, als Kaleidoskop aus wechselnden Perspektiven und sich verschränkenden Zeiten. Er treibt in seinem bemerkenswerten Romandebüt ein durchtriebenes Spiel mit den Genre-Elementen des Kriminal- und Detektivromans. Die Spur des Bienenfressers verzweigt sich in einem Labyrinth aus Verdacht und Vermutung, aus Ahnung und Albtraum. Und auch Kayo dämmert allmählich, dass es absolute Wahrheiten nicht gibt und nicht geben kann. Am Ende weiß dieser scheiternde Ermittler immerhin dies: Eine unbekannte Größe gab es immer.«

Hartmut Buchholz, Badische Zeitung

»Die Regeln der Vernunft gelten überall. Aber manchmal finden wir uns in einer Welt wieder, in der auch die Regeln des Glaubens ganz gut zu funktionieren scheinen. Nii Parkes zeigt mit seinem exzellenten Afrika-Krimi, wie sich aus dieser Koexistenz des Unvereinbaren Kapital schlagen lässt. Kayo, urbaner Gerichtsmediziner, stösst in Sonokrom auf eine Enklave des alten Wunderglaubens, in der die Zufriedenheit der Ahnengeister wichtiger ist als alles, was eine brutale Polizei an Repressionen androhen kann. Ein Ort, an dem weder amerikanischer Asphaltdschungel-Slang noch europäischer Betroffenheitsschwatz als Beschreibungsmittel tauglich sind. Seine Beschreibungen der Verhältnisse sind frisch, originell und flexibel. Man könnte hier nicht treiben, was allzu oft möglich scheint; einen Absatz herausnehmen und in den Krimi nebenan flicken, ohne dass es weiter auffiele.«

Thomas Klingenmaier, Tages Anzeiger, Zürich

»Der Autor versteht es mit seiner originellen Mischung aus mystischem Zauber und komischem Humor, fern westlich geprägter Ratio-Krimis die Fremdheit und Atmosphäre des Erzählten sinnhaft zu machen. Eine reizvolle Lektüre, allen Büchereien sehr empfohlen.«

Günther Freund, Buchprofile/Medienprofile, Bonn

»Parkes schreibt voller Humor und voller Liebe für seine Figuren und für die eigenwilligen Charaktere einer archaisch anmutenden Welt. Dabei entwickelt er seine Geschichte dramaturgisch geschickt, beschleunigt sie bis in ein vergnügliches und dabei doch auch weises Finale. So kommt ›Die Spur des Bienenfressers‹ flott, unterhaltsam und gewinnend klug daher – einfach bestens nicht nur für ein Romandebüt.«

Manfred Loimeier, Mannheimer Morgen

»Das städtische, postkoloniale Ghana beschreibt Parkes, wenn der Gerichtsmediziner auf dem Laptop dreidimensionale Modelle des Tatorts entwirft. Das ländliche, ausserkoloniale zeigt er, wenn der Jäger dem Ermittler zwei Abende lang die Hintergründe des Verbrechens erzählt – in der Dorfbar bei Palmwein. Dieser Perspektivenwechsel ist einer der Reize des Krimis.«

Raphael Zehnder, Wochenzeitung WOZ, Zürich

»Ein leitfüßiger Roman über schwere Themen, wie Logik, Politik, Bürokratie, Geisterglaube und Wissenschaft, wird u.a. von einem Gerichtsmediziner in einem Dorf in Ghana erzählt, wunderbar geschrieben.«

Lena Blaudez, CulturMag, Hamburg

»Ein meisterhaftes Kleinod, indem der Autor scheinbar mühelos das Bild einer gespalteten Gesellschaft zeichnet, ohne in die Nähe folkloristischen Afrika-Kitsches oder der kritiklosen Huldigung westeuropäischer/amerikanischer Tugenden zu gelangen.«

Sylvia Treudl, Buchkultur, Wien

»Das Klischee von den zwei Welten, die aufeinanderprallen, hier muss es benutzt werden: Nii Parkes, in London und Accra lebend, hat einen so ungewöhnlichen wie spannenden und ja, auch warmherzigen Kriminalroman geschrieben, in dem ein ›Studierter‹ in einem ghanaischen Dorf ein Verbrechen aufklärt. Oder eigentlich: erst einmal feststellen muss, ob überhaupt ein Verbrechen vorliegt. Oder vielmehr: gefälligst ein Verbrechen mit internationalen Hintergrund festzustellen hat, damit der Polizeichef in der Hierarchie noch ein Stück aufsteigen kann. Oder möchte Schlaumeier Kayo vom Polizeichef persönlich erschossen werden? Eben.«

Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau

»Ein wunderbarer Krimi und dies in mindestens zweifacher Hinsicht. Zum einen wird ein ziemlich kniffliger, mysteriöser Fall auf befriedigende und amüsante Art und Weise gelöst. Außerdem gelingt es ihm, uns Afrika (oder jedenfalls Ghana) näher zu bringen. Er wollte dessen kulturelle Vielfalt erkunden und lässt zwei Personen den Kriminalfall aus ihrer Sicht erzählen. In gewissem Sinn trifft hier CSI Miami auf eine Bauernschläue, wie sie einmal weltweit, also auch in Westeuropa, vorzufinden gewesen ist. Heutzutage kann uns wohl nur jemand wie Parkes daran erinnern.«

Werner Schuster, www.eselsohren.at, Wien

»Ein Roman voller Humor, Glauben an die Kraft des Überlieferten und Schwelgen in herkömmlichen Erzähltraditionen. Das aber hat letzten Endes viel mit Gerechtigkeit in einem ursprünglichen, nicht korrumpierbaren Sinne zu tun.«

Dietmar Jacbsen, www.text-und-web.de, Erfurt

»Eine wunderbare Farce, äußerst amüsant und wird von einem Fall gespiegelt, in dem das Leben von Mensisi, eines ehemals zwölfjährigen Mädchens nacherzählt wird, in dem sich eine Tragödie griechischen Ausmaßes zwischen Vater und Tochter abspielt, bei der jene, die sie miterleben und wie gelähmt zuschauen, nicht ohne Schuld sind.«

Wolfgang Franßen, Krimi-Couch.de, Essen  Online einsehen

»Ein Roman, der europäischen Lesern eine ungewohnte Herausforderung bietet. Ein Krimi der etwas anderen Art!«

Beate Mainka, Bibliotheksservice ekz, Reutlingen

»Ein ›wunderbar Lokaler‹ aus dem Herzen Afrikas. Unbedingt Lesen!«

Barbara Keller, Berlin kriminell

»Nii Parkes spielt mit den Klischees von oralen Überlieferungen und im Westen angelernter Wissenschaftlichkeit. Meisterhaft jongliert er mit den oft strapazierten Mythen von Traditionen und Moderne. In Großbritannien geboren, in Ghana aufgewachsen, lebt und schreibt der Autor gegenwärtig in London. Er weiß um die Differenz der Lebensmodelle, die er fulminant einfängt.«

Lisa Ndokwu, www.afrikanet.info, Wien

»Eine tolle Mischung aus magischem Glauben, westlicher Logik und handfestem Humor.«

Wolfgang Bortlik, 20 Minuten, Zürich

»Geschichten, die Weisheit der Alten, die Macht der Mythen – das sind Schlüsselbegriffe in diesem Kriminalroman von Nii Parkes. Er lässt in seinem mit Wortwitz und Verve geschriebenen Buch zwei Lebenswelten kollidieren: die rasende, postkoloniale Realität des urbanen Ghana, mit ihrem Kapitalismus, der Korruption, den hilflos strampelnden Armen, arroganten Reichen und desillusionierten Rückkehrern; und die Welt der Dorfgemeinschaft, in der Tradition, Autoritäten und Magie noch lebendig sind.«

Jutta Sommerbauer, Die Presse, Wien

»Ein bahnbrechender Kriminalroman.«

World Literature Today

»Die Spur des Bienenfressers ist ein ganz feines Stück Kriminalliteratur. Es erzählt nämlich davon, dass es auch vor der modernen westlichen Polizei mit Gesetzbuch, DNA-Tests und Schlagstock, die unsere Krimis bevölkert, Verfahren gab, zu Recht und Gerechtigkeit zu kommen. Und diese afrikanischen Lösungen für afrikanische Rätsel sind wunderbare und weise Geschichten.«

Tobias Gohlis, arte Blog - Krimitagebuch  Online einsehen

»Die Spur des Bienenfressers löst alle Versprechen auf meisterhafte Weise ein.«

The Independent

»Eine wundervolle Fabel, die von Gegensätzen lebt. Nach der Lektüre wird klar: Mythen und Geschichten sind manchmal wichtiger als die Wahrheit.«

The List
 

Dies ist ein Liebling aus 40 Jahren

Torsten Lager
Bücherstube Fuhlsbüttel Hamburg
Weil... es ein Krimi aus Afrika und nicht in Afrika ist. Weil bis zum Schluss gar nicht klar ist, ob es überhaupt ein Opfer gibt. Weil sich viele Verlage solche Bücher nicht zu machen trauen (aber das gilt ja für viele Unionstitel).

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Bibliografie

Originaltitel: Tail of the Blue Bird (2009)
Originalsprache: Englisch
Erstauflage: 19.7.2010
Auflage: 2