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Álvaro Mutis

Die Abenteuer und Irrfahrten des Gaviero Maqroll

Die sieben Romane
Aus dem Spanischen von Katharina Posada und Peter Schwaar
»Álvaro Mutis’ gesamtes Werk ist das eines Hellsehers, der genau weiß, dass wir das verlorene Paradies nicht wiederfinden werden. Maqroll ist nicht nur, wie man immer so leichthin sagt, er selbst. Maqroll – das sind wir alle, und deshalb kann er nicht sterben.« Gabriel García Márquez
 Hardcover Sammelband
€ 24.90, FR 35.90, € [A] 25.60
Broschiert
In anderer Ausgabe lieferbar
832 Seiten
ISBN 978-3-293-00361-3

 
Dieser Sammelband enthält:

Auf einem klapprigen und krächzenden Motorboot fährt Gaviero Maqroll flussaufwärts durch den Dschungel des Xurandó, um sich im Holzhandel zu versuchen. Mit an Bord ist ein merkwürdig anmutendes Quartett: ein ständig im Alkoholdunst wabernder Kapitän, ein wortkarger, unzugänglicher Maschinist, ein zwielichtiger Lotse und ein hünenhafter slawischer Mitreisender.

Auf der Suche nach dubiosen Sägewerken dringt Maqroll immer tiefer ein in das Labyrinth der Wasserläufe. Die drückende Schwüle des Dschungels lähmt seine Gedanken und lässt ihn in Erinnerungen an seine zurückgelassene Geliebte versinken. Zwischen Tagtraum und Delirium scheint er sein Ziel immer mehr aus den Augen zu verlieren.

Als das Schiff des Gaviero Maqroll wegen finanzieller Schwierigkeiten beschlagnahmt wird, strandet er beinahe mittellos in Panama. Notdürftig kommt er über die Runden, zieht von einer miserablen Unterkunft zur nächsten – bis er die abenteuerlustige Ilona trifft. Schon bald wird sie zur Freundin und Geliebten, und kommt schließlich auf die rettende Idee: Gemeinsam eröffnen sie ein Bordell in der Bucht von Panama, die Villa Rosa.

Es beginnt eine außergewöhnliche Liebesgeschichte, die durch die Ankunft der geheimnisvollen Larissa eine unwiderrufliche Wende erfährt.

Maqroll lässt sich in einem gottverlassenen südamerikanischen Kaff nieder, in dem Flusshafen La Plata, irgendwo nahe der kolumbianischen Küste. Er freundet sich mit einer blinden Gastwirtin an, die über Land und Leute so einiges zu erzählen weiß, und findet eine vertrauensvolle Geliebte.

Schließlich lässt er sich auf ein scheinbar lukratives Geschäft ein: Mit Maultieren soll er Kisten in die Berge transportieren, auf einer Wanderung entlang reißender Flüsse und faszinierender Vegetation. Der Inhalt der Kisten jedoch durchbricht seine melancholische Reise und katapultiert ihn zwischen die Fronten von Militärs und Guerillas, die ihre Kämpfe auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Immer tiefer gerät er in ein Komplott, aus dem er sich kaum mehr zu befreien vermag.

In so unterschiedlichen Häfen wie dem winterlichen Helsinki und dem karibischen Kingston begegnet Gaviero Maqroll immer wieder demselben Schiff: einem heruntergekommenen Tramp Steamer, ein Frachtschiff, das ohne feste Routen über die Weltmeere schippert. Auf einer Flussfahrt trifft er schließlich auf den ehemaligen Kapitän des Frachters, der ihm eine eigenartige Geschichte erzählt. Von der jungen libanesischen Reederin Warda Bashur, die sich in den Kopf gesetzt hat, einen geerbten Tramp Steamer von zweifelhafter Seetüchtigkeit als Frachtschiff zu betreiben. Von einem baskischen Kapitän, der sich auf das ungewöhnliche Abenteuer einlässt. Und von einer Liebe, die nur andauern kann, solange der Tramp Steamer über die Meere vagabundiert.

Fernab seines schützenden und rauen Elements, des Wassers, sucht Maqroll in den Schluchten der kolumbianischen Anden nach seinem Glück. In der Mine Amirbar, benannt nach dem Stöhnen, das die Luft erzeugt, wenn sie ihre Höhlen betritt, schürft er nach Gold. Einzig in Gesellschaft des Hellsehers Eulogio und der fremdartigen Antonia stellt er sich der harten, einsamen Arbeit. Doch viel leichter als ihre Schätze gibt die Erde die Zeichen der Grausamkeit ihrer Bewohner preis. Nach und nach führt ihn seine Suche nach Gold und Liebe an einen Abgrund, den er noch Jahre später vor sich sieht.

Seit Gaviero Maqroll und der Libanese Abdul Bashur vor Jahren in Port Said das erste Mal miteinander Geschäfte gemacht haben, verbindet die beiden Männer eine unverbrüchliche Freundschaft. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege. Den rastlosen und ehrenhaften Abdul Bashur treibt die Sehnsucht nach dem Schiff seiner Träume, der er um die halbe Welt folgt. Dabei werden er und Maqroll vorübergehend Millionäre, transportieren mit einem Fährschiff muslimische Pilger nach Mekka, begegnen einer Inkarnation des Bösen und verlieren beinahe ihr Leben. Und nicht zuletzt sind es die Frauen – oder besser die eine Frau –, die ihre Spuren auf Abdul Bashurs Lebensweg hinterlassen.

Gaviero Maqroll blickt zurück auf etliche Seereisen, verschlungene Wege, Abenteuer und Weggefährten, die ihre Spuren in seinem Leben hinterlassen haben. Seine größte Herausforderung begegnet ihm jedoch nicht auf den Planken eines Schiffes, sondern in einem französischen Dorf in der Gestalt eines Kindes.

Als sein langjähriger Freund und Schicksalsgenosse Abdul Bashur tödlich verunglückt, muss er plötzlich als Vaterersatz für dessen fünfjährigen Sohn einspringen. Die Gesellschaft des unschuldigen Kindes eröffnet ihm eine ganz neue Sicht auf eine Welt, die er doch so gut zu kennen glaubte.

 
Mit Maqroll dem Gaviero – dem Späher im Mastkorb – hat Álvaro Mutis eine der vielschichtigsten und faszinierendsten Figuren der Literatur des 20. Jahrhunderts geschaffen. Maqroll, der philosophische Abenteurer und belesene Seefahrer, ist nirgends zu Hause und immer unterwegs. Getrieben von einer rastlosen Suche irrt er über die Meere und Flüsse dieser Erde, durch den dichtesten Urwald, das Hochland der Anden und die Abgründe der Hafenstädte.
Mit jeder Reise zieht er den Kreis enger um sein eigenes Ich, dessen Unergründlichkeit ihn stets aufs Neue scheitern lässt.

Dieser Band enthält:
In überarbeiteter Übersetzung: »Der Schnee des Admirals«, »Ilona kommt mit dem Regen«, »Ein schönes Sterben«, »Die letzte Fahrt des Tramp Steamer«, »Das Gold von Amirbar«
Als deutsche Erstausgabe: »Abdul Bashur und die Schiffe seiner Träume«, »Triptychon von Wasser und Land«

»Die sieben Kurzromane des Kolumbianers sind sieben Lesewunder, zeitsatt, zeitlos und machen sprachlos.« Elmar Krekeler, Die Welt
»Im Olymp der legendären Vagabunden, die zu Lande und zu Wasser die Welt der Literatur bevölkern, ist ein Neuling zu begrüßen: der melancholische Abenteurer Gaviero Maqroll.« Rainer Traub, Der Spiegel
»Einzigartig, fesselnd und von völlig eigener Poesie.« Eberhard Falcke, Deutschlandfunk
»Ein Fest für Leser.« Thomas Linden, Kölnische Rundschau
»Man kann sich der Faszination der Abenteuer und der Landschaften schwer entziehen.« Michaela Schmitz, Rheinischer Merkur
»Die Lektüre könnte zur Sucht und Wiederholung führen.« Gisbert Haefs, Lesart
»Eine prachtvolle Gesamtausgabe.« Gunter Blank, SonntagsZeitung
»Ein unglaubliches Leseabenteuer.« Harald Loch, Neues Deutschland
»Zieht einen von der ersten Begegnung an in den Bann.« Christoph Kuhn, Tages-Anzeiger

Stimmen

»Eine wunderbare Erzählung, exotisch und vertraut, voller Poesie und in zeitloser Sprache geschrieben.«

Heinz Storrer, Schweizer Familie, Zürich

»Es ist ein großer Verdienst des Schweizer Unionsverlages, die sieben Maqroll-Romane des kolumbianischen Meisterautors in einem einzigen Band – und obendrein in guter Übersetzung – herausgebracht zu haben. Prädikat höchst empfehlenswert.«

Südwind, Wien

»Ein wunderbares Schmökerpaket!«

Bücher zu Lateinamerika, Köln

»Die literarisch anspruchsvollen Texte stoßen sicherlich nicht nur bei Fans lateinamerikanischer Literatur auf Interesse.«

Dietmar Adam, Booromäusverein, Bonn

»Natürlich macht Mutis auch die Gewalt zum Thema, als Kolumbianer könnte er kaum anders. Aber mehr noch als ein Kritiker ist er ein Melancholiker. Sein Land sieht er durch die Herausforderungen der ›Modernität‹ bedroht – so äußert er es in Interviews, und im Geiste dieses Vorbehalts schreibt er auch seine Romane. Mitten in das gereifte 20. Jahrhundert gesetzt, atmen sie einen Geist der Freiheit und Zeit-Enthobenheit, einen Sinn für den Charme der Tropen, den man nicht allzu oft antrifft in der lateinamerikanischen Gegenwartsliteratur. Maqroll ist ein moderner Nachfahre des Fliegenden Holländers. Aber als ehemaliger Bewohner des mitunter kühlen Europa weiß er um den Charme der lauen karibischen Brisen. In ihnen zu dümpeln, ist das härteste Schicksal nicht.«

Kersten Knipp, Neue Zürcher Zeitung  Online einsehen

»Seit dem Erscheinen des ersten Teils im Jahre 1986 sind die sieben kurzen Maqroll-Romane zu Kultbüchern einer kleinen weltweiten Fangemeinde avanciert und liegen nun erstmals in einer Gesamtausgabe vollständig auf Deutsch vor.«

Florian Borchmeyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Im Olymp der legendären Vagabunden, die zu Lande und zu Wasser die Welt der Literatur bevölkern, ist ein Neuling zu begrüßen. Zwischen Don Quijote, dem Ritter von der traurigen Gestalt, und Kapitän Ahab, dem rastlosen Moby-Dick-Jäger, hat auf leisen Sohlen ein heimatloser Nomade des 20. Jahrhunderts Platz genommen: der melancholische Abenteurer Gaviero Maqroll.«

Rainer Traub, Spiegel Special, Hamburg

»Heute, nachdem jahrzehntelang Ratgeber für alle Lebenslagen das Siegen und Gelingen propagiert haben, mag in Vergessenheit geraten sein, was für eine großartige poetische und humane Sache das Scheitern ist. Darum keine Angst: Dieser Maqroll ist kein flauer Stümper. Ganz im Gegenteil! Nur dass er es sich mit all seinem Mut immer schwer machen muss. Darum führen ihn seine Expeditionen zielsicher stets dorthin, wo Abgründe sichtbar werden und die seelsorgerischen Trostsprüche aller Art verhallen. Álvaro Mutis erinnert uns – wie jeder große Autor – daran, dass es in den wirklich bedeutenden Abenteuergeschichten um mehr geht als um aufregende Ereignisse, nämlich um eine Haltung zur Welt, ja um die Dramatik eines ganzen Lebens. Die sieben Maqroll-Romane sind einzigartig, fesselnd und von völlig eigener Poesie. Und ihr Autor ist ein skeptischer Existentialist, der formvollendet mit jenem Zauber zu spielen weiß, der vom Erzählen ausgeht.«

Eberhard Falcke, Deutschlandfunk, Köln  Online einsehen

»Mutis erzählt mit einem einzigartigen Ton gleichbleibender Ruhe, der eine sinnliche Gelassenheit innewohnt, die einen als Leser süchtig nach immer mehr macht. Märchen, die das Leben schrieb und die mit realistischer Schärfe ins Bild gebracht werden. Das ist ein Fest für Leser – auch für solche, die sonst nichts mit Abenteuerliteratur am Hut haben.«

Thomas Linden, Kölnische Rundschau

»In Gavieros Reisen und Niederlagen werden existenzielle Ängste und Sehnsüchte lebendig. Genauso wie in Mutis’ skurrilen Figuren, die ihre Würde auch im Scheitern bewahren. Man kann sich schwer der Faszination der Abenteuer und der Landschaften, in denen die Maqroll-Romane spielen, entziehen.«

Michaela Schmitz, Rheinischer Merkur, Bonn  Online einsehen

»Das 800-seitige Epos des Kolumbianers steckt voller erzählerischer Volten, ist der legitime Nachfolger Joseph Conrads, der Zeit enthoben, voller Zeit. Eine Odyssee um die Welt, ums Ich, um uns. Ein ewiges Buch. Lassen Sie Taucherbrille und zweiten Bikini zu Hause. Dieser leicht zu lesende, bibliophile Ziegelstein muss ins Urlaubsgepäck.«

Elmar Krekeler, Focus, München

»Eine prachtvolle Gesamtausgabe, die erstmals auch die beiden letzten Maqroll-Romane auf Deutsch enthält. Denn da entpuppt sich das Opus als fesselnde Lektüre für träge Sommerabende.«

Gunter Blank, SonntagsZeitung, Zürich

»Wer bisher nicht ahnte, dass es einen melancholischen, fatalistischen Abenteuerroman geben kann, der spannend und dabei stilistisch perfekt ist, sollte sich vor den Abenteuern und Irrfahrten des Gaviero Maqroll hüten, denn die Lektüre könnte zur Sucht und Wiederholung führen.«

Gisbert Haefs, Lesart

»Ein Zyniker ist Maqroll selbst bestimmt nicht. Mögen seine Geschäfte auch manchmal die Illegalität streifen, schmutzig sind sie nie, und sein Ehrenkodex ist von Menschenfreundlichkeit bestimmt. Ein wenig ist er ein Glücksritter und bestimmt ein Nomade. Zugleich verkörpert er ein poetisches Lebensgefühl, dem allerdings auch die Angst vertraut ist. Die sieben Maqroll-Romane von Álvaro Mutis sind einzigartig, außerdem sind sie fesselnd und von völlig eigener Poesie.«

Eberhard Falcke, NDR, Hannover

»Ein sprachlich und erzählerisch beeindruckendes Lese-Mosaik.«

Ulrich Kühne, ekz-Informationsdienst, Reutlingen

»Jetzt hat der Zürcher Unionsverlag die fünf bereits übersetzt vorliegenden Romane Álvaro Mutis’ um zwei bislang ignorierte ergänzt und in einem 830 (!) Seiten starken Band, der trotz seiner Dicke gut lesbar ist und wie ein schweres, rundes Geschenk mit gleich zwei Lesebändchen in der Hand liegt, deutschen Lesern des mittlerweile 85-jährigen Autors als Summa eines Erzählerlebens vor Augen gelegt. Hoffentlich greifen sie nun endlich zu – es ist nämlich eines der letzten und schönsten (und dabei auch noch preiswertesten) Leseabenteuer der lateinamerikanischen Literatur.«

Wolfram Schütte, titel-forum.de  Online einsehen

»Die sieben Kurzromane des Kolumbianers sind sieben Lesewunder, zeitsatt, zeitlos und machen sprachlos.«

Elmar Krekeler, Die Welt, Berlin

»Lässt sich das kombinieren? Ein unbekümmertes, sprudelndes Erzählen, ganz den Gesetzen rückhaltloser Fantasie verpflichtet, mit gebrochenen, in der klassischen Moderne gehärteten literarischen Techniken? Tausendundeine Nacht mit Joseph Conrad? – Es gibt einen, der das Kunststück zu Stande gebracht hat, siebenmal. Er heißt Álvaro Mutis. Er hat in seinen Gedichten und Romanen eine Figur erfunden, an der man sich nicht satt lesen kann. Maqroll, seine Freunde und Freundinnen, Irrläufer, Reisende zur See und zu Land, auf und zwischen allen Kontinenten, Figuren der charmantesten und undurchsichtigsten Art, buchstäblich mit allen salzigen und süßen Wassern gewaschen, ziehen einen von der ersten Begegnung an in ihren Bann.«

Christoph Kuhn, Tages-Anzeiger, Zürich

»Solche Reisen finden nur im Kopf statt. Ein aufwändig gestalteter Band versammelt die sieben modernen Märchen um den Weltbürger Maqroll.«

Wienerin

»Ein unglaubliches Leseabenteuer auf weit über 800 Seiten. Süchtig werden kann man davon. Álvaro Mutis erhielt vor vier Jahren den wichtigsten Literaturpreis der spanischen Welt, den Premio Cervantes. Don Quijote ist seit 400 Jahren unsterblich. Maqroll el Gaviero hat das Zeug, neben ihm zu stehen.«

Harald Loch, Neues Deutschland, Berlin

»Maqroll ist ein Don Quijote der letzten Tage, der so heiter, unergründlich und unbeirrbar über den Globus zieht, wie der Ritter von der traurigen Gestalt die Ebenen Spaniens durchquert hat.«

John Updike, The New Yorker

»Das Episodische, Unchronologische dieses unepischen Epos’ verleiht den Abenteuern und Wanderungen des Maqroll, seinen Unternehmungen und (vor allem) Niederlagen ihre Rätselhaftigkeit, ihre träumerische Flüchtigkeit.«

Georg Sütterlin, Neue Zürcher Zeitung

»Eines der Geheimnisse von Mutis’ Erfolg dürfte Maqroll der Gaviero sein, die Hauptgestalt seiner Romane. Maqroll ist eine Art Fliegender Holländer, aber auf die sympathischste Weise lebendig. Er ist ein großer Erzähler vor dem Herrn. Dabei kein Haudegen, kein Aufschneider, eher ein moroser Typ. Ein Mann der Niederlagen, der, müde geworden, einem letzten Abenteuer entgegengeht, hinter dem glücklicherweise schon ein neues wartet. Das Abenteuer darf nicht enden. Das ist die Devise der Erzählung. Im Dienst dieser Spannung stehen sowohl die kunstvollen Retardierungen als auch die intellektuellen Anspielungen. Das freut den anspruchsvolleren Leser, macht ihm aber auch ein bisschen schlechtes Gewissen. Darf er sich noch für die robuste Spannung der Handlung interessieren, für die exotisch-aparten Frauen, die sich dem Helden nicht gleich, aber dann doch umso heftiger hingeben? Am Schluss finden wir Maqroll natürlich wieder auf See. Er ist nun wieder der alte: Maqroll der Gaviero, ohne Vaterland und Gesetz, dem Urteil der uralten Würfel ausgeliefert, die zur Ergötzung der Götter und zum Hohn der Menschen rollen. Zwei Stunden eher menschlichen Ergötzens liegen hinter uns.«

Harald Hartung, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Mutis ist ein berückender Stilist. Seine Prosa malt Szenen von oft erschreckender Gewalt und Sinnlichkeit mit einer hypnotisierenden Eleganz. Der Held hat einen ausgesprochen philosophischen Blick auf die Welt, aber er ist dabei weder ein Possenreißer noch ein Langweiler, womit Mutis eine erzählerische List gelingt. Mutis reüssiert so triumphal, weil er Maqrolls reichen Geist mit der Handlung, seinen Gemütszustand mit der Natur verknüpft. Zudem verführt uns die raue Menschlichkeit Maqrolls, ihm auf seine höchst gefährliche und lohnende Reise zu folgen, die Reise, die ihn in sein eigenes Seelen-Labyrinth führt.«

Times

»Der Leser schließt das Buch in einem Zustand von Erregung und möchte die Geschichten des Maqroll niemals enden lassen. Maqroll ist ein Abenteurer, ein Wanderer, der von einer zweifelhaften Beschäftigung zur anderen wechselt. Mutis ist ein geborener Geschichtenerzähler. Er erinnert uns an Machado de Assis, Alejo Carpentier, Gabriel García Márquez und vielleicht an Thomas Manns Felix Krull.«

Los Angeles Times Book Review

»Eine spannende und unterhaltsame Mischung aus Abenteuerroman und tiefgehendem, lyrischen Drama. So wie einst Don Quijote erfolglos gegen seine Windmühlen kämpfte, ist auch das ständige Suchen Gaviero Maqrolls letztlich zum Scheitern verurteilt.«

Latizón TV
 
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Dies ist ein Liebling aus 40 Jahren

Gunter Blank
Literaturkritiker
Weil... Mutis ein unterschätzter, großartiger Autor ist und die Maqroll-Romane wunderbar lakonisch sind - aber auch weil der Unionsverlag ihn wiederentdeckt und liebevollst editiert hat. Ob Maqroll Waffen nach Haifa schmuggelt oder sich am Panamakanal als Bordell-Betreiber versucht, stets scheint er auf einer pittoresken Reise ins Herz der Finsternis, wo er so eben noch mit dem Leben davonkommt.
Eberhard Falcke
Literaturkritiker
Weil... uns Álvaro Mutis zeigt, daß es in den wirklich bedeutenden Abenteuergeschichten um mehr geht als um aufregende Ereignisse, nämlich um das Abenteuer der Existenz. Die Maqroll-Romane sind einzigartig, fesselnd und von völlig eigener Poesie. Und ihr Autor ist ein skeptischer Existentialist, der wunderbar mit dem Zauber zu spielen versteht, der vom Erzählen ausgeht.

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Abseits seiner bekannten Gewässer gerät Maqroll in dubiose Schmugglergeschäfte und die Mühlen der Staatsgewalt.
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Den rastlosen und ehrenhaften Abdul Bashur treibt die Sehnsucht nach dem Schiff seiner Träume um die halbe Welt.
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»Ich habe mich am Rand von Abgründen bewegt, gegen die der Tod ein Marionettenspaziergang ist.« Gaviero Maqroll
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Bibliografie

Originaltitel: Empresas y tribulaciones de Maqroll
Originalsprache: Spanisch
Erstauflage: 1.2.2006
Auflage: 1