Jean-Claude Izzo

Die Sonne der Sterbenden

Roman
Aus dem Französischen von Ronald Voullié
»Izzos letzter Roman ist voller Liebe. Für seine Heimatstadt Marseille. Für das Meer. Für besondere Menschen. Für die Lebenden und die Sterbenden.« Stefan Worring, Kölner Stadt-Anzeiger
 Taschenbuch
€ 9.90, FR 14.90, €[A] 10.20
broschiert
In anderer Ausgabe lieferbar
UT 316
208 Seiten
ISBN 978-3-293-20316-7
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Als man den Leichnam des Clochards Titi unter der Bank einer Pariser Metrostation findet, zieht dessen einziger Kumpel Rico Bilanz: Sein Leben ist verpfuscht, er ist geschieden, seinen Sohn darf er nicht mehr sehen, die Wohnung hat er verloren. Rico beschließt, aus dem eisigen Pariser Winter abzuhauen, in den Süden.
Die Menschen, denen er auf dieser Reise begegnet, sind vom Leben besiegt worden: Felix, der ständig einen Fußball mit sich herumschleppt und jeden Zeitbegriff verloren hat. Oder die junge Mirjana aus Bosnien, die völlig abgebrannt in einem alten Haus untergeschlüpft ist und ihren Körper verkauft.
In Marseille versucht Rico, Lea wiederzufinden, seine erste Liebe - und schöpft zum ersten Mal wieder Hoffnung.

Stimmen

»Uns ist kein anderer Autor bekannt, dem es auf so beeindruckende Weise gelungen wäre, die hoffnungslose Brutalität des Lebens auf der Straße realistisch darzustellen, ohne dabei Elemente weinseliger Clochardromantik zu kolportieren.«

Ulrich Kroeger, Nordsee-Zeitung, Bremerhaven

»Hart und sehr menschlich. Die ›Sonne der Sterbenden‹ rettet die Menschenwürde des Clochards ohne jede soziale Sentimentalität.«

Harald Loch, Neues Deutschland, Berlin

»›Die Sonne der Sterbenden‹ rückt Randexistenzen ins Zentrum, die in einer zunehmend härter und kälter werdenden Welt zu überleben versuchen. Eine letze Hommage an jene, denen alle Bücher Izzos gewidment sind.«

Georg Sütterlin, Zürcher Oberländer

»Izzos frühere Bücher waren Liebeserklärungen an die fiebrige Mittelmeerstadt. Jetzt geht es mehr um die Menschen am äußersten Rand der Gesellschaft. Ein beklemmendes, ein menschliches Buch. Wer es gelesen hat, wird nie wieder die ausgestreckte Hand eines Obdachlosen ignorieren.«

Neue Presse, Hannover

»Es gelingt Izzo großartig, Rico ganz unmerklich auf die andere Seite der Gesellschaft rutschen zu lassen, von der es kein Zurück mehr gibt. Plötzlich finden sich die Leser mit Rico auf der Straße wieder. Je näher man Rico kommt, weil man von seiner Vergangenheit erfährt, desto weiter kommt er auf seiner Reise vorwärts – und deren Ziel ist der Tod.«

Karolina Fell, Märkische Allgemeine Zeitung, Potsdam

»Jean-Claude Izzo, der lange Journalist war und erst mit fünfzig zu schreiben begann, findet die richtige, weder rührselige noch moralisierende Sprache, um den Leser mit dem Leben eines Clochards vertraut zu machen. Der Schicksalsweg eines Menschen, der, weil er nicht genug Ellenbogen hat, scheitert. Sehr gut übersetzt, ist es ein fesselndes, ein ergreifendes Buch.«

Una Pfau, Hessischer Rundfunk, Frankfurt

»Es gibt in diesem Roman keine südliche Wärme, wie wir sie vielleicht erwartet haben, auf dieser Winterreise bleibt es kalt. Ein trauriger und zugleich schöner Roman.«

Ulrich Hermann, Freie Bürger, Freiburg

»Jean-Claude Izzo zeichnet ein erschütterndes Bild gescheiterter Menschen. Er verurteilt nicht, er moralisiert nicht, er zeigt bloß die Unaufhaltsamkeit des Abstiegs auf, den rasanten Fall ins ›Schwarze Loch‹. Eine überaus lesenswerte Milieustudie, subtil und oft schockierend!«

Peter Lauda, Bücherschau, Wien

»Jean-Claude Izzo hat im Angesicht des eigenen Todes ein schönes, ein trauriges, aber auch ein sehr warmherziges Buch geschrieben. Sein letzter Roman ist voller Liebe. Für seine Heimatstadt Marseille. Für das Meer. Für besondere Menschen. Für die Lebenden und die Sterbenden.«

Stefan Worring, Kölner Stadt-Anzeiger

»Jean-Claude Izzo beschreibt Milieu und sozialen Abstieg mal fast dokumentarisch, dann wieder menschlich und anrührend, wird dabei aber niemals pathetisch. Ein trauriger, melancholischer Roman, in dem Izzo den Außenseitern dieser Welt Anteilnahme und Respekt verschaffen will. Und ein fast liebevolles Verständnis für Menschen, die ganz unverhofft aus der Bahn geworfen werden.«

Christiane Schwalbe, Radio Bremen - Special zur Frankfurter Buchmesse

»Eine Geschichte, die Izzo auf gewohnt sensible Art anpackt und die ihm sprachlich grandios gelingt. Ab mittlerer Bestandsgrösse.«

Nicole Scheibel, EKZ Buchbesprechungen, Reutlingen

»In seinem letzten ebenso grossartigen wie todtraurigen Roman hat der 2000 mit nur 55 Jahren verstorbene Erneuerer des französischen Roman noir ›den Menschen einen Namen gegeben, deren Blick allein uns schon unerträglich ist‹.«

SonntagsZeitung, Zürich

»Auch die Sonne des Südens kann verdammt kalt sein, die Province ein ungastliches Haus. Izzo – wohltuend zeitgeistresistent und in der selten gewordenen Tradition Jack Londons und des frühen Maxim Gorki – beschönigt nichts, noch verführt ihn der geschilderte Auflösungsprozess von Individuen zu schwammigem Stil. Dieser packende, engagierte, aber dennoch nie mit linksideologischen Stereotypen spielende Roman atmet in jeder Zeile jene illusionslose Brüderlichkeit, von der einst Albert Camus sprach.«

Marko Martin, Die literarische Welt, Berlin

»Das beste Buch aus Frankreich in diesem Sommer. Mit aufmerksamer Zuneigung nähert sich Izzo dem, was wir Normalsterbliche lieber links liegen lassen, was wir gar nicht registrieren wollen: die Clochards, die heruntergekommenen Land- und Stadtstreicher, die stummen Säufer und einstigen Hurenböcke.«

Peter Exinger, SonntagsBlick, Zürich

»Ricos Geschichte ist eine Hommage an die ewig Zukurzgekommenen, deren Zuhause die Strasse ist, und eine Liebeserklärung an das Marseille der Einwanderer. Im Gegensatz zum kalten Paris findet der gestrandete Penner hier nämlich nicht nur die Sonne, sondern auch die Hoffnung wieder.«

Silva Maier, TR 7 Magazin, Zürich

»Ohne falsches Pathos oder moralinsauren Unterton, dafür mit einer Prise Resignation beschreibt Izzo die Reise Ricos in den Süden, seine Begegnungen am Rande der Gesellschaft, seine Erinnerungen an ein Leben, das irgendwann eine falsche Wendung genommen hatte. Am Schluss bleibt die traurige Erkenntnis: Viele Wege führen auf die Straße, aber keiner zurück.«

Mirjam Weder, Facts, Zürich

»Dieses ergreifende Buch handelt von Menschen, die sonst kaum in Romanen vorkommen, von Menschen, die außerhalb einer Gesellschaft leben, von der sie nichts mehr zu erwarten haben. In der Beschreibung dieser Parallelwelt trifft Izzo genau den richtigen Ton.«

Vers l' Avenir, Namur
 

Dies ist ein Liebling aus 40 Jahren

Matthias Gräzer
Vertrieb Unionsverlag
Weil... es ein trauriges und hartes und beeindruckendes "on the road" von Paris nach Marseille ist, und die menschliche Würde - auch der Menschen, die am Rande unserer Gesellschaft stehen - ins Zentrum stellt.

Nachrichten

Autoren-Seiten

Andere Werke von Jean-Claude Izzo

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»Ich trank mein Glas mit einem Zug leer und stand auf. Ich hatte Lust, mich in Marseille zu verlieren. In seinen Gerüchen. In den Augen seiner Frauen. In meiner Stadt.«
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Jean-Claude Izzos Liebeserklärung an seine Heimatstadt
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»Sie fühlten sich zwar nicht wie zu Hause, aber wie eine Familie. Aus ein und derselben Gegend - dem Mittelmeer. Sie vergaßen für einen Moment, wer sie waren, warum sie dort waren, auf diesem Schiff, in einer Sommernacht in Marseille, durch diesen Zufall, der sie schließlich an einem Ort zusammengeführt hatte, an dem Glück und Unglück ineinander fließen. Hier war das Ende der Welt. Auf der Aldebaran.«
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»Fiebrige Lebenslust, überbordende Vitalität auf der einen, die Tragödien der Gestrandeten auf der anderen Seite.« Robert Hültner, Abendzeitung
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»Man war chourmo. Man ruderte in derselben Galeere! Um rauszukommen. Zusammen.«
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»Ein Juwel an Emotion und Melancholie, an Sonne und Tränen.« Hébdo

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Bibliografie

Originaltitel: Le soleil des mourants (Paris, 1999)
Originalsprache: Französisch
Erstauflage: 16.2.2005
Auflage: 2