Hans Mühlestein

Hans Mühlestein, geboren 1887 in Biel, studierte an verschiedenen Universitäten Europas. In den Zwanzigerjahren spezialisierte er sich auf die Forschung über die Etrusker und hatte zeitweise eine Lehrtätigkeit an der Universität in Frankfurt am Main inne. Gleichzeitig engagierte er sich in der marxistischen, antifaschistischen Bewegung. 1932 ging er zurück in die Schweiz, wo er sich verstärkt seiner schriftstellerischen Arbeit widmete. Er starb 1969 in Zürich.

Ausführliche Biografie

Hans Mühlestein, geboren 1887 in Biel als Sohn eines Uhrmachers und einer Bauerntochter, absolvierte eine Ausbildung als Primarlehrer und studierte an verschiedenen Universitäten Europas. Als erste Publikationen erscheinen zwei Gedichtbände.

Im Ersten Weltkrieg nahm er an der Antikriegsbewegung des deutschen Philosophen Nelson teil. 1918/19 während der deutschen Revolution war er Deputierter von Göttingen am Kongress der Arbeiter- und Soldatenräte in Berlin. 1919 wurde er aus Preußen ausgewiesen und flüchtete in die Schweiz.

Ab 1920 spezialisierte er sich in der Forschung über die Etrusker, unternahm Forschungsreisen zu prähistorischen Stätten und veröffentlichte verschiedene Publikationen über Etruskologie. 1929 wurde er als Lehrbeauftragter für »Vorgeschichte der Kultur der Menschheit« an die Universität Frankfurt berufen. Gleichzeitig entwickelte er ein wachsendes Interesse für den Marxismus und nahm an demokratischen Studentenkundgebungen gegen Überfälle faschistischer Schlägertrupps auf die Universität Frankfurt teil.

Im Juli 1932, nach der Machtergreifung Papens in Preußen, kehrte er zurück in die Schweiz, wo er das »Schweizerische Hilfswerk für deutsche Gelehrte« und die »Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland« mit aufbaute. Hier nahm er auch seine literarische Tätigkeit (Dramen, ein Roman, Lyrik, Übersetzungen) wieder auf. Er schloss sich der Kommunistischen Partei der Schweiz an und pflegte eine rege Vortragstätigkeit in Arbeiterbildungsorganisationen. Außerdem übernahm er die Führung der Solidaritätskampagne für das republikanische Spanien bis zum bundesrätlichen Verbot im August 1936. Wegen dieser Tätigkeit wurde er zu einem Monat Gefängnis verurteilt. 1937 unternahm er Reisen nach Spanien und in die Sowjetunion. Ab den Vierzigerjahren widmete er sich vor allem seiner schriftstellerischen Arbeit.

Hans Mühlestein starb 1969 in Zürich.

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    In Szenen von fast belletristischer Spannung wird hier Hodlers Lebensweg geschildert. Die detaillierten, sensiblen Bildanalysen verknüpfen die Biografie mit der künstlerischen Entwicklung. Stellung nehmend und zur Stellungnahme herausfordernd ist dieses Buch durch seine Wertungen und seine Methode zum unersetzlichen Standardwerk über Ferdinand Hodler geworden.