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Wendy Guerra

Alle gehen fort

Roman
Aus dem Spanischen von Peter Tremp
»›Alle gehen fort‹ ist ein glänzender Roman, er füllt eine Lücke. Guerra ist sich durchaus bewusst, dass sie mit ihrem Werk eine gut überwachte Grenze überschreitet.« Le Monde
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208 Seiten (Gedruckte Ausgabe)
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Nieve wächst auf Kuba bei ihrer schrägen Hippie-Mutter auf und erzählt nur ihrem Tagebuch, was sie wirklich denkt. Als sie zu ihrem alkoholkranken und gewalttätigen Vater ziehen muss, wird ihr Tagebuch zu ihrem einzigen Rückzugsort, zu dem Ort, an dem sie vor den Schlägen und Demütigungen sicher ist. Hier darf sie sich fürchten, hier darf sie zweifeln, lieben, streiken. Über die Jahre hinweg bleibt ihr Tagebuch ihr treuester Begleiter, denn nach und nach verlassen alle um sie herum die Insel – Freunde, Familie, Geliebte. Sie wollen fort, den Enttäuschungen Kubas entkommen. Nur Nieve bleibt zurück, auf der Suche nach sich selbst und ihrem Platz im Leben.

Mehr über dieses Buch

Schon als Mädchen vertraut Nieve ihrem Tagebuch an, was sie niemandem zu erzählen wagt. Sie wächst mit ihrer schrägen Hippie-Mutter und deren schwedischem Freund in Cienfuegos auf. Das unbeschwerte Leben findet ein jähes Ende, als das Sorgerecht ihrem gewalttätigen, alkoholkranken Vater zugesprochen wird und Nieve zu ihm in die Berge ziehen muss. Es beginnt eine Zeit der Demütigungen, des Hungers und der Schläge.

Sieben Jahre später ist das Tagebuch noch immer Nieves bester Freund und ihr bestgehütetes Geheimnis. Sie ist mit ihrer Mutter nach Havanna gezogen, und ihr Haus wird zum Treffpunkt von Intellektuellen und Künstlern. Hier werden die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse der achtziger Jahre diskutiert, wie die ersten großen Flüchtlingswellen oder der Zustand der Revolution. Nieve studiert Malerei; sie sucht nach ihrem künstlerischen Ausdruck und nach ihrem Platz im Leben.

Um sie herum wollen alle nur eines: weg von der Insel. Als erster geht der Vater, dann der Schwede, aber auch Freunde und Bekannte, Nieves erste Liebe. Die einen flüchten, andere können aufgrund von Privilegien frei ein- und ausreisen. »Nur sie allein« bleibt auf der Insel zurück.

 

Mit einer unkindlichen Distanz berichtet Nieve in einer knappen, aber umso eindringlicheren Sprache von familiärer und sozialer Gewalt. Ein undogmatischer, schonungsloser Blick in den kubanischen Alltag der siebziger und achtziger Jahre.

Stimmen

»Ein in kühler Distanziertheit geschriebener, doch ungemein aufrüttelnder Roman. Sehr zu empfehlen.«

Werner Hörtner, Südwind Magazin, Wien  Online einsehen

»›Alle gehen fort‹ erzählt von Schmerz und Hoffnung, von Träumen und Misserfolgen, von Versuchen und Versagen. Von einer Welt, die uns unmöglich erscheint, tatsächlich aber das täglich Brot der Kubanerinnen und Kubaner ist – oder besser, das fehlende täglich Brot.«

Antonio Garrido, Diario Córdoba  Online einsehen

»Guerra vermittelt viel von einer Generation, die im Kulturleben der Insel die letzte war, die zu Beginn ihrer Laufbahn noch an Öffnung und Erneuerungsfähigkeit des politischen Systems aus sich selber heraus glaubte und sich entsprechend verhielt – und einen hohen Preis dafür zahlte: den Gang ins Exil.«

Geri Krebs, Neue Zürcher Zeitung  Online einsehen
 

Dokumente

Autoren-Seiten

Porträt
(Übersetzung)

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Bibliografie

Originaltitel: Todos se van
Originalsprache: Spanisch
Erscheinungsdatum: 18.9.2017
Letzte Version: 22.9.2017