Ahmet Hamdi Tanpinar

Seelenfrieden

Nachwort von Wolfgang Günter Lerch
Roman
Aus dem Türkischen von Christoph K. Neumann
Türkische Bibliothek
»Tanpinars ›Seelenfrieden‹ ist der bedeutendste je über Istanbul geschriebene Roman.« Orhan Pamuk
 Hardcover
€ 24.95, FR 32.90, €[A] 25.70
broschiert
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576 Seiten
ISBN 978-3-293-10013-8
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Der junge Historiker Mümtaz hat eine geradezu osmotische Beziehung zu der alten, vom Verfall bedrohten Sultansmetropole: zu ihren Bauwerken, zum Basar voller rätselhafter Dinge, zur Poesie, zur klassischen Musik. Als er Nuran kennenlernt, erwacht in dieser Liebe einen Sommer lang der Zauber der alten osmanischen Kultur zu neuem Leben. Bis eines Tages der todkranke Suat, Studiengefährte und Rivale von Mümtaz, auftaucht und diese Liebe zerstört.

»Tanpinars Werk ist aus der türkischen Gegenwartsliteratur nicht wegzudenken. Nicht nur Linksintellektuelle, Modernisten und am Westen ausgerichtete Denker, sondern auch Konservative, Traditionalisten und Nationalisten räumen ihm diesen Status ein und berufen sich gerne und oft auf Tanpinars Renommée und Ansehen. Seine Auseinandersetzung mit der alten würdevoll-beschaulichen osmanischen Kultur einerseits und sein Aufgreifen moderner Tendenzen der europäischen Literatur andererseits machen ihn zu einer faszinierenden Persönlichkeit.« Orhan Pamuk

Stimmen

»Tanpinars metaphernreiche Beschreibungskunst raubt einem den Atem. Dies allein würde das Buch zu einem Meisterwerk des literarischen Impressionismus machen, aber es ist weit mehr. Es ist im selben Atemzug eine Hommage an die sufistisch inspirierte türkische Musik und ein Zeitroman, der in tiefsinnigen Gesprächen die Identitätssuche türkischer Intellektueller jenseits ideologischer Festlegungen beschreibt. Nicht Kemalismus und Kommunismus sind die Bezugspunkte, sondern Hegel, Nietzsche und die islamische Mystik.«

Stefan Weidner, Die Zeit, Hamburg

»Der aus dem Türkischen von Christoph K. Neumann übersetzte Text genügt sicherlich höchsten literarischen Ansprüchen, ist dadurch aber nicht immer ganz leicht zu lesen. Ist man aber erst in den Orient eingetaucht, möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen und der Leser erfährt viel über das damalige Leben in Istanbul und erlangt tiefe Einblicke in die Kultur und Gesellschaft dieser Zeit.«

Nadja Glade, Der Evangangelische Buchberater, Göttingen

»Wer Istanbul kennenlernen will, sollte dieses Buch lesen!«

Uli Rothfuss, SWO Kunstportal BW, Karlsruhe

»›Seelenfrieden‹ ist auch die Geschichte der faszinierenden Sultansmetropole am Bosporus und der alten osmanischen Kultur.«

Karin Freiermuth, Sonntag, Baden

»Mit der Modernität, die das Buch weder für die Revolution noch für die konservativen Optimisten tauglich machte, schien lange Zeit sein Schicksal besiegelt. Heute berufen sich in der Türkei, wie Pamuk feststellt, sowohl Linksintellektuelle als auch Nationalisten – auf das Renommee des Autors, der sich seinerseits einer Einordnung glücklich versperrt.«

Stefan Winterstein, Zaman Österreich, Wien

»›Seelenfrieden‹ ist wie Orhan Pamuk zurecht bemerkt, einer der bedeutesten Istanbul–Romane. Die Verliebten spazieren durch eine melancholische, leise verfallende Metropole.«

Jörg Plath, Deutschlandradio, Köln

»Wenn die Wahl der Türkei als Messeschwerpunkt wenigstens dazu geführt hat, dass Christoph K. Neumanns fabelhafte Übersetzung erscheinen konnte, dann hat sie sich schon gelohnt. ›Seelenfrieden‹ macht süchtig, verwirrt, bezaubert. Durch die Vielgestaltigkeit der unglaublich schönen Sprache, die Beschreibungen der Zauberstadt Istanbul und die wuchtigen und tiefenscharfen Blicke in die Seelenzustände eines einsamen Helden.«

Kerstin Strecker, Die Welt, Berlin

»Hier wird ein Panorama Istanbuls und seiner Menschen in einem ruhigen Erzählfluss geschildert, der in seiner Beachtsamkeit in vielen Passagen an Marcel Proust erinnert. Die Zeit bleibt stehen, und die Erzählzeit deckt sich so haargenau mit der erzählten Zeit, dass man den Eindruck hat, man folge bei der Lektüre dem Takt und den Melodien auf der Rohrflöte, der Ney, die in den geselligen Runden vorgetragen werden.«

Monika Carbe, Neue Zürcher Zeitung

»In einer unglaublich schönen, kraftvollen Sprache beschreibt er das Lichterspiel am Hafen, die Atmosphäre der Kaffeehäuser in der Hitze des Sommerabends, die Gassen von Istanbul kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs.«

Wolfgang Hädecke, Sächsische Zeitung Magazin, Dresden

»Ein Roman, der lange als nahezu unübersetzbar galt. Und wenn die Wahl der Türkei als Messeschwerpunkt wenigstens dazu geführt hat, dass Christoph K. Neumanns fabelhafte Übersetzung erscheinen konnte, dann hat sie sich schon gelohnt. ›Seelenfrieden‹ macht süchtig, verwirrt, bezaubert. Durch die Vielgestaltigkeit der unglaublich schönen Sprache, die Beschreibungen der Zauberstadt Istanbul und die wuchtigen und tiefenscharfen Blicke in die Seelenzustände eines einsamen Helden.«

Kerstin Strecker, Die Welt, Berlin

»Tanpinar stellt eine Synthese aus Ost und West auf, die sowohl das Gestern als auch das Heute im weiteren Sinn umfasst, und er bietet neue Lebensformen und -vorschläge an. Er versucht, unter den Trümmern einer prachtvollen Vergangenheit die unerschöpflichen Reichtümer zu finden, die übrig geblieben sind. Er möchte dem neuen Leben etwas von der Seele des alten hinzufügen. ›Seelenfrieden‹ ist ein Roman, der sogar als Eckpfeiler der Renaissance in unserer Literatur betrachtet werden kann und sich einen bedeutenden Platz in unserer Literaturgeschichte bewahren wird. Es ist kein Roman der inneren Ruhe, sondern vielmehr der Unruhe, genauer gesagt, ein Portrait des Intelektuellen unseres Landes inmitten einer Identitätskrise.«

Mehmet Nuri Yardim

»›Seelenfrieden‹ hat Ahmet Hamdi Tanpinar einen besonderen Platz unter den türkischen Romanciers verschafft. Da der Autor auf das Unterbewusstsein eingeht, da er Fragen der Nationalkultur und ihr Verhältnis zur Vergangenheit betrachtet und das alles in einem glänzenden Stil zur Sprache bringt, ist ›Seelenfrieden‹ ein einzigartiges Werk.«

Nihad Sami Banarli

»›Seelenfrieden‹ ist der schönste Liebesroman, den ich auf Türkisch gelesen habe.«

Fethi Naci

»Die vielleicht überzeugendste weibliche Gestalt der türkischen Literatur ist zurückgekehrt, die ideale Heldin: Nuran in Tanpinars Roman ›Seelenfrieden‹.«

Fatih Özgüven

»Die Helden von Franz Kafka und Albert Camus fliehen dauernd in andere Welten. Die Romanfiguren Tanpinars jedoch flüchten sich in die Musik und die Bildende Kunst. Dort suchen sie das Glück. Dadurch wird der Roman fast zu einer Reflexion über die türkische Musik. Dafür ist ›Seelenfrieden‹ das deutlichste Beispiel.«

Durali Yilmaz
 

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Bibliografie

Originaltitel: Huzur (1949)
Originalsprache: Türkisch
Erstauflage: 2.9.2008
Auflage: 1