Halid Ziya Usakligil

Verbotene Lieben

Roman
Aus dem Türkischen und mit einem Nachwort von Wolfgang Riemann
Türkische Bibliothek
Mit diesem Meisterwerk beginnt die moderne türkische Literatur: ein episches Sittengemälde der mondänen Istanbuler Oberschicht am Ende des Osmanischen Reiches.
 Hardcover
€ 22.90, FR 32.90, €[A] 23.60
Broschiert
In anderer Ausgabe lieferbar
480 Seiten
ISBN 978-3-293-10009-1
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Die junge und schöne Bihter träumt von eleganten Kleidern, von edlem Schmuck und von einer prächtigen Villa. Als der reiche Witwer Adnan Bey um ihre Hand anhält, scheint Bihters sehnlichster Wunsch in Erfüllung zu gehen. Unerfüllt aber bleibt ihre Sehnsucht nach Liebe und Leidenschaft, heimlich beginnt sie eine verhängnisvolle Beziehung mit dem abenteuerlustigen Neffen ihres Mannes. Doch die verbotene Liebe bleibt nicht lange verborgen. Als Bihters intrigante und frivole Mutter in die Villa am Bosporus zieht, ist die Katastrophe unausweichlich.

Mit diesem Meisterwerk beginnt die moderne türkische Literatur: ein episches Sittengemälde der mondänen Istanbuler Oberschicht am Ende des Osmanischen Reiches.

Stimmen

»Halid Ziya Usakligil verrankt Neurosen, Lust und Leidenschaftsgeschwitze beschäftigungsloser reicher Familien und ihrer Glieder, mit einer Schwäche fürs ausgedachte Pariser Leben, rechts und links des Bosporus. Dazu wird dieses Gespinst samt aufbrechendem Elend und schießender Tränenbrunnen zusätzlich mit den schönsten Farben der Naturphänomene und Stoffqualitäten überworfen, dass wir manchmal glauben möchten, wir stünden knietief im Kitsch, vergessend, dass wir seither ein Jahrhundert Entfremdung in Kalk gewandelt haben.«

Wilhelm Pauli, Komune Forum für Politik, Ökonomie, Kultur, Frankfurt

»Durchsichtig wie ein Puppenhaus einer vergangenen Epoche steht die Strandvilla am Bosporus vor den Augen von Lesern und Leserinnen, mit ihren Salons zum Dinieren und Plaudern, den Gemächern und Kemenaten, der Küche mit ihren Gerüchen und Gerüchten, mit dem Garten und der Anlegestelle davor, an der ein Boot aus Mahagoni auf dem Wasser schaukelt. Gleichzeitig werden Gedanken, Gefühle und in erster Linie die Zweifel der handelnden Personen so detailliert nachgezeichnet, dass man sich ganz und gar in ihr Seelenleben versetzt fühlt.«

Monika Carbe, Neue Zürcher Zeitung

»Ein Glanzstück psychologischer Prosa und ein Arsenal von Figuren, das den europäischen Realismus mit neuen alten Bekannten bereichert.«

Elke Schmitter, Der Spiegel, Hamburg

»Unerfüllte Wünsche, Eifersucht und Intrigen bestimmen dieses psychologische Kammerspiel, das auch heute noch – nicht nur unter literaturhistorischem Aspekt – lesenswert ist.«

Dietmar Adam, EKZ Bibliotheksservice, Reutlingen

»Halid Ziya Uşakligil entwirft in diesem Roman ein breit angelegtes Sittenbild der Türkei zum Ausgang des Osmanischen Reiches und entführt seine Leser in die Welt der Reichen und Schönen, zeigt aber auch die Abgründe und Tiefen menschlicher Gefühle auf.«

Christiana Steger, Amtsblatt Blumberg

»Halid Ziya hat mit seinem kunstvollen Sprachduktus den nach westlichem Verständnis ersten Roman in türkischer Sprache geschaffen, indem er die Leidenschaften und Gefühle seiner Helden analysierte und sich an den Grundsatz hielt, sie in ihrem Umfeld zu zeigen.«

Mehmet Kaplan

»›Verbotene Lieben‹ ist das erste Werk in der türkischen Literatur, in dem den Frauen in seriöser Weise ein Platz eingeräumt wird.«

Halid Refig

»Dieser Roman, betrachtet man allein seine realistische Schreibweise und den psychologischen Ansatz, wird immer als ein vorzügliches Werk gelten.«

Ahmet Hamdi Tanpinar

»Die zwischenmenschlichen Beziehungen in ›Verbotene Lieben‹ gründen sich auf gezügelte Grausamkeit.«

Selim Ileri

»Der Roman ›Verbotene Lieben‹ erzählt einerseits die Geschichte jeder einzelnen Person, andererseits bildet er den tragischen Handlungsrahmen ab, der sich durch das Zusammentreffen der Romanfiguren ergibt. Beim Erzählen bleibt der Autor dem natürlichen Lauf des Lebens verbunden; er springt von Person zu Person: Die tragische Geschichte Bihters, das Leid Nihals, der Irrtum Adnan Beys, Besirs tödliche Lungenkrankheit, ja sogar die Lage der noch immer unverheirateten Gouvernante Mademoiselle de Courton, das alles könnte, einzeln betrachtet, jeweils das Thema eines eigenen ›klassischen‹ Romans sein. […]›Verbotene Lieben‹ ist das erste große ›künstlerische‹ Werk in der Geschichte des türkischen Romans. In ›Verbotene Lieben‹ hat der Autor große Sorgfalt darauf verwendet, die großen und kleinen Ereignisse sich gleichsam aus sich selbst heraus in der allernatürlichsten und plausibelsten Form entwickeln zu lassen. Wichtige Fundamente des Textes sind: Die seelische Verfassung der Romanfiguren, ihr Verhalten angesichts der eintretenden Ereignisse, die persönlichen Gedanken der Personen und die unerwartete und tiefgehende Wirkung von nebensächlichen Einzelheiten auf die Personen und die damit verbundenen Assoziationen. Durch den Einsatz dieser Elemente sollte die Anwesenheit des Autors in seiner Rolle als ›Regisseur‹ des Romans ausgeblendet werden. […]Halid Ziya hat radikal mit den traditionellen Erzählformen gebrochen. Im Bereich der türkischen Literatur hat nie zuvor ein Neuerer solchen Mut gezeigt.«

Selim Ileri

»Als Romancier hat Usakligil seine Meisterschaft mit ›Verbotene Lieben‹ unter Beweis gestellt. Wir sehen in diesem Werk, dass dem Autor weniger an der Darstellung von Äußerlichkeiten liegt, er konzentriert sich auf die innere Welt seiner Figuren und gestaltet sie vorwiegend unter psychologischen Gesichtspunkten. Die ausführliche Beschreibung der inneren Befindlichkeiten der Romanfiguren, das Zusammenführen der Personen unter deterministischen Vorzeichen, das psychologisch geschickte Verschieben der Figuren wie beim Schachspiel, die Darstellung der Beziehungen und der dramatischen Vernetzung im Roman, das alles zeigt, dass der Roman ›Verbotene Lieben‹ ein Werk von höchster Meisterschaft ist.«

Muharrem Kaya

»In ›Verbotene Lieben‹ steht der Seelenzustand der Frauen im Vordergrund. Die geistige Welt der Männer tritt zurück; ja vielmehr hat sie bei der Abbildung der Komplexität der weiblichen Psyche lediglich eine Hilfsfunktion. Ausgehend von der verstorbenen Frau des Hauses, über die Tochter des Hauses und die Gouvernante dieses Mädchens bis zu der neu ins Haus einheiratenden Frau und ihrer Familie, von den Dienstmädchen bis hin zu den Frauen, die man bei einer Hochzeitsfeier außer Haus kennenlernt – all diese weiblichen Romanfiguren scheinen nur die Aufgabe zu haben, dem Leser die seelische Verfassung der Frauen vorzuführen. Jede einzelne Frau breitet mit ihren Besonderheiten die Welt der Frauen im Allgemeinen und die Ansichten der damaligen Zeit über die Welt der Frauen bis in die kleinste Einzelheit vor uns aus. Wenn es eine Mutter gibt, die sich auf dem Sterbebett mehr davor fürchtet, ihre Tochter zurückzulassen als zu sterben, so gibt es andererseits auch eine Mutter, die, während sie langsam altert, eifersüchtig auf ihre Töchter ist und in ihnen Rivalinnen sieht, statt sich zu fragen, wie sie ihren Töchtern zum Glück verhelfen kann.«

Nur Özmel Akin

Nachrichten

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»Lehrbücher des Machiavellismus gibt es viele. Mit diesem Roman kommt endlich das Handbuch zum Untertan.« Walter van Rossum, Deutschlandradio

Bibliografie

Originaltitel: Ask-i Memnu (1900)
Originalsprache: Türkisch
Erstauflage: 20.8.2007
Auflage: 2