Assia Djebar

Fantasia

Roman
Aus dem Französischen von Inge M. Artl
»Ein Lesegenuss ersten Ranges. Die Sprache tanzt. Bilder, die atmen. Stimmen und Gesänge, Schreie und Flüstern, Murmeln und Stammeln.« Badische Zeitung
 Hardcover
null
Broschiert
In anderer Ausgabe lieferbar
336 Seiten
ISBN 978-3-293-00161-9
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»Von Stimmen und Gesängen eingeleitet oder unterbrochen, stellt sich der Roman Assia Djebars wie eine Partitur in fünf Sätzen dar. Die Kindheit einer Frau verschmilzt mit dem Bericht des ersten Algerischen Krieges (1830-1871), verbindet sich dann mit den der jüngsten Vergangenheit entrissenen Erinnerungen von Landfrauen und Witwen, die mit Scham und Demut vom Befreiungskrieg erzählen. ›Diese Frauen‹, so Assia Djebar, ›machen keine Literatur aus ihrem Leben; je mehr sie während des Krieges erlitten haben, um so verhaltener sprechen sie. Ich habe ihrem ungeschminkten Bericht zugehört und wollte das neunzehnte Jahrhundert für sie übersetzen, meine Stimme mit der ihren vermischen.‹ Dies wird uns erzählt in großartiger Sprache, durch eine große Schriftstellerin.« Tahar Ben Jelloun

Stimmen

»Ein Roman wie eine Partitur, erzählt in großartiger Sprache von einer großen Schriftstellerin.«

Tahar Ben Jelloun

»Voll eindringlicher Poesie und Musikalität.«

Cornelia Staudacher, Frankfurter Rundschau

»Assia Djebar ist sich schmerzhaft bewusst, dass ihr Wunsch und ihre Fähigkeit, den Frauen ihres Landes eine Stimme zu geben, sie gleichzeitig von ihnen abgrenzt, aber in diesem Zwiespalt wurzelt ihr Schreiben. Sie geht dem nach, was ihre Andersartigkeit begründet, und aus dieser Spurensuche ist ein faszinierendes, vielschichtiges Buch entstanden, das nichts von der individualistischen Kleinkrämerei und selbstverliebten Bespiegelung vieler moderner Autoren hat.«

Neue Zürcher Zeitung

»Die Erkenntnis, dass es zwischen westlicher Aufklärung und traditionellen orientalischen Wertvorstellungen keine Brücken gibt, macht die Ambivalenz aus, die wie ein Schleier der Wehmut über dem ganzen Buch liegt.«

Cornelia Staudacher, Frankfurter Rundschau

»›Fantasia‹ ist auf seine Weise pathetisch und ein Hymnus auf das Phänomen Algerien. Aber es ist ein weiblicher Hymnus und keine Heldenbeschwörung: Geschichte mit den Augen und dem zweisprachigen Mund einer Frau besungen – einer Frau, die auf diesem dichterischen Weg Männergeschichten auch zu Frauengeschichten macht. Assia Djebar schreibt für die Frauen, aber nicht gegen die Männer.«

Paul L. Walser, Tages-Anzeiger

»Ein faszinierendes, vielschichtiges, spannendes Buch, das nichts von der individualistischen Kleinkrämerei und selbstverliebten Bespiegelung vieler moderner Autobiografien hat.«

Doris Ruhe, Neue Zürcher Zeitung

»Ein Hauch von Orient, Basar und Wüste, der die Lesenden nicht loslässt.«

Tiroler Tageszeitung

»Wie kommt es, dass Assia Djebars weibliche Selbsterfahrung nicht narzistisch, nicht verklemmt, nicht hysterisch und vor allem nicht paradiesgierig daherkommt, sondern souverän erotisch einherschreitet? – Ich denke, dass Assia Djebar dieser Drahtseilakt gelungen ist, weil sie ihre eigene Selbsterfahrung einmontiert in ein Kaleidoskop weiblicher Geschichte Algeriens.«

Stadt Revue Köln

»Ein schillerndes Patchwork, zusammengesetzt aus den unterschiedlichsten Fäden und Fetzen, allein zusammengehalten aber durch den Versuch, einfach und unmissverständlich ›ich‹ zu sagen.«

Gerald Froidevaux, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Assia Djebar riskiert verwegene Bilder – ein Kosewort erscheint wie ein ›verstecktes, kleines Salatherz‹, sie fügt in ihre Romanpartitur grandiose Gesänge und Klagen, lyrische Zwischenwelten, Signale aus einem Universum brennender Gefühle.«

Gerhard Schrot, Konkret

»Assia Djebars brillanter Roman tastet sich, in hypnotisierender, unruhig vibrierender Sprache, an die klaffenden Wunden heran, die ›die Kreuzzügler des kolonialen Jahrhunderts‹ dem Land einst geschlagen haben. Bravourös komponiert, ein Lesegenuss ersten Ranges. Die Sprache tanzt. Bilder, die atmen. Stimmen und Gesänge, Schreie und Flüstern, Murmeln und Stammeln.«

Hartmut Buchholz, Badische Zeitung
 

Dokumente

Assia Djebar - Am Siedepunkt des Schmerzes 
Über Assia Djebar und ihren Roman »Fantasia«. Von Tahar Ben Jelloun

Dies ist ein Liebling aus 40 Jahren

Peter Ripken
Literaturvermittler, Internationales Netzwerk Städte der Zuflucht
Weil... ich durch die Verschränkung von Persönlichem in Frauenleben mit dem Politisch-Historischen Algeriens wieder eintauche in eine Welt, die sich mir 1960 durch die Lektüre des Romans »Nedjma« des Algeriers Kateb Yacine erstmals eröffnete.

Nachrichten

Autoren-Seiten

Andere Werke von Assia Djebar

Cover
»Dies ist eines von Djebars bewegendsten Büchern. Man muss es wieder und wieder lesen, lange hallt es nach.« Le Monde
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»Diese außergewöhnliche und tragische Geschichte ist einer von Djebars schönsten Romanen. Mit dem ihr eigenen Talent beschreibt sie Zoulikha als Mutter, Geliebte, Freundin und Kämpferin. Ein Roman von ungeheurer Intensität.« Liberté, Algier
Cover
»Ob sie jung sind oder alt, zur Arbeit oder in die Schule gehen, ins Krankenhaus oder ins Büro oder zum Markt - sie gehen mit einem Stein auf dem Herzen.« Assia Djebars jüngstes Werk wendet sich wieder Algerien zu und den Brücken, die durch die Lebensgeschichten zwischen Europa und Nordafrika geschlagen werden.
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»Kein Zweifel: der Erstling einer großen Autorin.« Stefanie Christmann, Freitag
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»Ungestüm kommt er daher, dieser frühe Roman von Assia Djebar.«
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»An alle meine Wände heftete ich die Skizzen zu meinem Roman, und zur gleichen Zeit zerbarst mein Land. Und so habe ich auf meine Weise das Land wieder auferstehen lassen.« Assia Djebar
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Weiss ist die Farbe der Städte Algeriens, der traditionellen Tücher, die Farbe der Trauer und der Erinnerung.
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»Man legt das Buch mit Betroffenheit aus der Hand.« Main-Post

Andere Werke von Inge M. Artl

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»Man legt das Buch mit Betroffenheit aus der Hand.« Main-Post
Cover
Was es bedeutet, unter Weißen schwarz und schön zu sein.

Bibliografie

Originaltitel: L’amour, la Fantasia (1985)
Originalsprache: Französisch
Erstauflage: 14.8.1990
Auflage: 2